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MTA-Schule

MTA - diese drei Buchstaben sind die Abkürzung für Medizinisch-Technische Assistentin oder Medizinisch-Technischer Assistent, ein Beruf mit Zukunft im Gesundheitswesen.

Die MTA-Schule der Klinikum Bielefeld gem.GmbH bietet dafür erstklassige Ausbildungsvoraussetzungen. Die Schule ist eine der erfahrensten und zugleich modernsten in Deutschland. Seit im Jahre 2002 umfangreiche Umbau- und Renovierungsmaßnahmen abgeschlossen wurden, verfügt die heute 50 Jahre bestehende MTA-Schule über moderne Unterrichtsräume. Eine zeitgemäße Geräteausstattung bieten hervorragende Möglichkeiten, die Schülerinnen und Schüler auf die künftigen Anforderungen im Beruf vorzubereiten. Besonderheiten in Bielefeld: In kleinen Gruppen werden die Schüler im praktischen Unterricht von einem Team engagierter Fachlehrerinnen und Fachlehrer geschult. Die praktische Ausbildung findet ausbildungsbegleitend statt. Insgesamt stehen 60 Plätze zu Verfügung.

Das Einsatzgebiet von MTA liegt im Bereich der medizinischen Diagnostik und Therapie. Bei der Kontrolle von Krankheitsverläufen und Behandlungserfolgen werden MTA auf verschiedenen Spezialgebieten nach Anweisung des Arztes selbständig tätig. In Krankenhäusern, Laboratorien und Arztpraxen, in Wissenschaft, Forschung und Industrie befinden sich die meisten Arbeitsplätze. Schließlich ist mit ausreichender Berufserfahrung und entsprechender Weiterbildung auch eine Lehrtätigkeit an einer MTA-Schule möglich. Im Berufsalltag haben MTA immer mit medizinischer Technik zu tun. Fundierte chemische, physikalische und mathematische Kenntnisse, sowie EDV-Kenntnisse sind gefragt. Trotz fortgeschrittener Automation ist auch "Handarbeit" erforderlich. Das in diesem Beruf benötigte Fachwissen setzt eine gründliche Ausbildung voraus, die in der Humanmedizin in die Bereiche Laboratoriumsmedizin, Radiologie und Funktionsdiagnostik gegliedert ist. Für eine dieser Fachrichtungen muss man sich bereits vor Beginn der Ausbildung entscheiden.

Die MTA-Schule des Klinikum Bielefeld bildet in den Bereichen Laboratoriumsmedizin und Radiologie aus. Einen besonderen Stellenwert haben in der Laboratoriumsmedizin die Teilbereiche Molekularbiologie und Zytologie, da hier ein Zertifikat erworben werden kann. Die nächste Ausbildung beginnt am 01.09.2019.

MTAL - Laboratoriumsmedizin

Laboratoriumsmedizin
Die Laboratoriumsmedizin leistet einen grundlegenden Beitrag zum Erkennen und Diagnostizieren von Erkrankungen. Die Tätigkeitsbereiche in der Laboratoriumsmedizin (MTAL) basieren auf fachwissenschaftlichen Inhalten und umfassen die vier Kernbereiche Hämatologie, Histologie, Klinische Chemie und Mikrobiologie. Als weiteres Aufgabengebiet gewinnt die Molekularbiologie immer mehr an Bedeutung.

Hämatologie
Hämatologie bedeutet die Lehre vom Blut. Dieser Kernbereich gliedert sich in mehrere kleine Teilbereiche. Hieraus ergeben sich eine Vielzahl von verschiedensten Laboruntersuchungen, die selbständig von der MTAL durchgeführt werden müssen.
Die bekannteste und am häufigsten durchgeführte Untersuchung ist die Erstellung von Blutbildern. Hierzu gehört die Zählung von Blutzellen, die heutzutage an modernen Blutbildmessgeräten durchgeführt werden. Aber auch die mikroskopischen Untersuchungen, an denen Veränderungen der roten und weißen Blutkörperchen erkannt werden müssen, die beispielsweise auf eine Leukämie hinweisen, spielen eine wichtige Rolle.
In einem anderen Bereich beschäftigt man sich mit der Bestimmung von Blutgruppen. Diese Untersuchung wird vor jeder größeren Operation oder bei Unfällen durchgeführt, bei der die Patientin bzw. der Patient viel Blut verliert. Solche Patientinnen und Patienten benötigen möglicherweise eine Bluttransfusion. Hierzu muss die MTAL das zu übertragende Blut auf Verträglichkeit für den Patienten prüfen. Bei diesen Untersuchungen ist noch viel manuelle Arbeit erforderlich, Automatisation ist nur teilweise möglich.
In einem weiteren Teil werden Gerinnungsuntersuchungen durchgeführt. Auch diese Untersuchungen sind vor Operationen notwendig, um eine erhöhte Blutungsgefahr der Patientin bzw. des Patienten zu erkennen, oder bestimmte vererbte Erkrankungen festzustellen, wie beispielsweise die Bluterkrankheit. Weiterhin lassen sich mit bestimmten Gerinnungsuntersuchungen auch erhöhte Thrombosegefahren einer Patientin bzw. eines Patienten abschätzen oder dienen einer Therapieüberwachung.

Histologie
Die Abteilung Histologie findet man im Institut für Pathologie. Dort werden alle Arten von Gewebe, die von der Ärztin bzw. dem Arzt entnommen wurden, auf mögliche Veränderungen untersucht. Zur Erhaltung der Feinstrukturen des Gewebes muss es zuerst fixiert und konserviert werden. Dann stellt man mit verschiedenen Techniken hauchdünne Gewebeschnitte her, die anschließend gefärbt werden können. Die gefärbten Schnittpräparate werden der Ärztin bzw. dem Arzt zur Diagnostik vorgelegt. Wird beispielsweise während einer Operation eine sofortige Diagnose gewünscht, so kommt ein Schnellschnitt in das Labor, der dann innerhalb von Minuten bearbeitet wird, weil vom Ergebnis der weitere Verlauf der Operation abhängt. Ebenso gehört zu den anfallenden Arbeiten die Vorbereitung und das Vormustern von zytologischen Präparaten zur Diagnostik im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Mikrobiologie
Die medizinische Mikrobiologie befasst sich mit dem Nachweis von Krankheitserregern wie Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten. Bakterien sind eine Hauptursache von Infektionskrankheiten, gefolgt von Viren. Durch den ausgedehnten Tourismus sind zudem Pilz- und Parasiteninfektionen, die sonst nur in tropischen Klimazonen anzutreffen waren, häufiger geworden. Aufgabe in der Mikrobiologie ist es, vorhandene Krankheitserreger in Körperflüssigkeiten von Patientinnen und Patienten nachzuweisen und mit unterschiedlichen Labormethoden zu identifizieren. Das Erstellen eines Antibiogramms, das heißt der Test, wie ein Antibiotikum gegen Bakterien wirkt, gibt dem Arzt zusätzliche Informationen für die Therapie.

Klinische Chemie
Die Aufgaben der klinischen Chemie bestehen darin, die Konzentration von bestimmten Stoffen in Körperflüssigkeiten, z. B. im Blut, Urin, Speichel usw. zu messen. Dazu werden Nachweisreaktionen durchgeführt, deren Grundlage chemisch-physikalische Messungen darstellen.
Diese Konzentrationsmessungen zeigen an, ob der entsprechende Stoff, zum Beispiel Blutzucker, in der normalen Menge vorhanden ist oder ob er vermehrt oder vermindert ist. Diese Werte benötigt der Arzt, um eine Diagnose zu stellen oder den Erfolg einer Therapie zu kontrollieren. In der klinischen Chemie werden unter anderem Leber- und Nierenwerte ermittelt, Hormone, Medikamente und Drogen bestimmt. Die chemische und mikroskopische Beurteilung des Urins gehört ebenfalls dazu.

Molekularbiologie
Die Molekularbiologie eröffnet neue Möglichkeiten Krankheitserreger nachzuweisen, um bakterielle und virale Erkrankungen, z. B. Tuberkulose oder HIV zu erkennen und zu therapieren.
Außerdem liegt der Schwerpunkt in der Diagnosestellung genetischer Erkrankungen.
In diesem Fach werden Verfahren angewendet, mit denen erworbene und vererbte Erkrankungen festgestellt und deren Risiken ermittelt werden können.
Mittels durchgeführter Erbgutanalysen wird weiterhin zur Klärung von Sachverhalten in Straf- und Zivilverfahren beigetragen, z. B. die Durchführung von Vaterschaftsanalysen. Darüber hinaus werden u. a. Analysen im Rahmen von vorgeburtlicher Diagnostik und Neugeborenendiagnostik, in der Pharma- und Ökogenetik durchgeführt.
Chromosomenanalysen stellen weitere gentechnische Analysen dar, durchgeführt für Patientinnen und Patienten mit besonderen Fragestellungen und deren Familien, die fachspezifische Beratung benötigen.

MTAR - Radiologie - Strahlen und Strahlenschutz

Die Kernbereiche in der Radiologie (MTAR) sind Röntgendiagnostik, Nuklearmedizin, Strahlentherapie. Neben der Diagnostik von Erkrankungen tragen die MTAR auch zur späteren Behandlung der Erkrankungen bei.

Die hier benötigten Kenntnisse basieren auf fachwissenschaftlichen Inhalten unter anderem in Strahlenphysik, Dosimetrie und Strahlenschutz.

Röntgendiagnostik
Die Röntgendiagnostik ist der wohl am besten bekannte Zweig der Radiologie. Fast jeder hat sie in seinem Leben schon einmal kennengelernt. Neben Aufnahmen von Knochen, Lunge etc., die von MTAR selbständig auf Anordnung einer Ärztin bzw. eines Arztes angefertigt werden, betreut man außerdem die Patientin bzw. den Patienten und bedient die technischen Geräte bei Funktionsuntersuchungen von Organen. In den letzten Jahren sind computergesteuerte Untersuchungstechniken in der Röntgendiagnostik immer wichtiger geworden. Daher muss man als MTAR heute auch in der Computertomographie oder in der Kernspintomographie an einem hochwertigen computergesteuerten Gerät Unersuchungen durchführen können.

Nuklearmedizin
In der Nuklearmedizin arbeiten MTAR mit radioaktiven Substanzen, die der Patientin bzw. dem Patienten in geringen Mengen zu diagnostischen und auch therapeutischen Zwecken verabreicht werden. Diese Substanzen nehmen gezielt am Stoffwechsel im menschlichen Körper teilt. So kann die Verteilung der radioaktiven Substanz - bis hin zur Organfunktion auf molekularer Ebene registriert und bildlich dargestellt werden. Hochempfindliche, computerunterstützte Strahlenmessgeräte  (z.B. Gamma- Kamera) kommen dabei zum Einsatz. MTAR sind verantwortlich für die Vorbereitung der radioaktiven Substanzen, betreuen die Patientinnen und Patienten, regeln den Ablauf der Untersuchungen und bedienen die Gamma-Kamera und andere Messgeräte bis zur Befunddokumentation. Auch die Bestimmung von Hormonkonzentrationen im Blut mit Hilfe radioaktiver Markierungssubstanzen wird von der MTAR ausgeführt.

Strahlentherapie
Die Aufgabe von MTAR in der Strahlentherapie ist die Behandlungsplanung mit Hilfe von Computertomographen und Simulatoren, die Berechnung der Bestrahlungsdaten mit computergestützten 3D-Bestrahlungsprogrammen und anschließender Behandlung mit ionisierenden Strahlen entsprechend der Anordnung des Arztes. Hier haben MTAR in besonderem Maße Kontakt mit kranken Menschen, weil die Patientinnen und Patienten über einen längeren Zeitraum täglich zur Bestrahlung kommen.

Strahlenphysik, Dosimetrie und Strahlenschutz
Im Unterrichtsfach Strahlenphysik, Dosimetrie und Strahlenschutz wird erklärt, wie Strahlen entstehen, wie sie erzeugt werden können, welche Wirkung sie auf Lebewesen haben und welche Anwendungen in der Medizin möglich sind. Es wird vermittelt, wie man die erforderliche Strahlenmenge für die Patientin bzw. den Patienten und damit für die Umwelt so gering wie möglich hält. Fundierte Kenntnisse sind Voraussetzung für einen verantwortlichen Umgang mit ionisierenden Strahlen und gewährleisten bestmöglichen Strahlenschutz.

Voraussetzungen und Ausbildungsverlauf

Grundlagen der Ausbildung sind das Gesetz über Technische Assistenten in der Medizin vom 02. August 1993 und die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Technische Assistenten in der Medizin vom 25. April 1994.




Voraussetzungen


Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Genauigkeit in der Arbeitsweise gekoppelt mit Sozialkompetenz stellen die Vorraussetzungen für alle Kernbereiche der MTA dar.
Mindestens Realschulabschluss oder eine andere als gleichwertig anerkannte Schulbildung mit befriedigenden oder besseren Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern. Empfohlen werden Praktika auf je einem Gebiet der Laboratoriumsdiagnostik und der Radiologie, um einen Einblick in die verschiedenen Bereiche zu kommen, da die Fachrichtung schon vor Lehrgangsbeginn gewählt werden muss. Die Bewerbung erfolgt formlos. Die Schule behält sich vor, Eignungstests durchzuführen. 



Ausbildungsverlauf


Die Ausbildung dauert drei Jahre und endet mit der staatlichen Prüfung. Innerhalb der sechs Halbjahre mit je 20 Unterrichtswochen erfolgt ein Teil des Unterrichtes in Form von Vorlesungen. Die praktischen Schulung in verschiedenen Diagnose- und Therapiemethoden finden in fachbezogenen Unterrichtsräumen statt. Die vom Gesetz vorgeschriebene praktische Ausbildung wird in umliegenden Instituten durchgeführt, die eng mit der MTA-Schule zusammenarbeiten. In einem sechswöchigen Praktikum in der Krankenpflege werden die Schüler mit den Grundlagen pflegerischen Tätigkeiten und der Krankenhausorganisation vertraut gemacht. 





MTAL Theoretischer und praktischer Unterricht (3170 Stunden):

  • Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde
  • Mathematik
  • Biologie und Ökologie
  • Hygiene
  • Physik
  • Statistik
  • EDV und Dokumentation
  • Chemie/Biochemie
  • Anatomie
  • Physiologie/Pathophysiologie
  • Krankheitslehre
  • Erste Hilfe
  • Psychologie
  • Fachenglisch
  • Immunologie
  • Molekularbiologie
  • Histologie/Zytologie
  • Klinische Chemie
  • Hämatologie
  • Mikrobiologie
  • Gerätekunde


MTAL Praktische Ausbildung (1230 Stunden):

  • Histologie/Zytologie
  • Klinische Chemie
  • Hämatologie
  • Mikrobiologie
  • Molekularbiologie
  • Krankenpflegepraktikum


MTAR Theoretischer und praktischer Unterricht (2800 Stunden):

  • Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde
  • Mathematik
  • Biologie und Ökologie
  • Hygiene
  • Physik
  • Statistik
  • EDV und Dokumentation
  • Chemie/Biochemie
  • Anatomie
  • Physiologie/Pathophysiologie
  • Krankheitslehre
  • Erste Hilfe
  • Psychologie
  • Fachenglisch
  • Immunologie
  • Bildverarbeitung in der Radiologie
  • Radiologische Diagnostik und andere bildgebende Verfahren
  • Strahlentherapie
  • Nuklearmedizin
  • Strahlenphysik
  • Dosimetrie und Strahlenschutz
  • Elektrodiagnostik


Praktische Ausbildung (1600 Stunden):

  • Radiologische Diagnostik und andere bildgebende Verfahren
  • Strahlentherapie
  • Nuklearmedizin
  • Krankenpflegepraktikum