Schultergelenkverschleiß bei Sehnendefekt der Rotatorenmanschette (Defektarthropathie)

Bei einer ausgeprägten Rotatorenmanschettenläsion wird durch das Höhertreten des Oberarmkopfes ein neues, nach oben verschobenes Drehzentrum ausgebildet, das unter dem Schulterdach liegt. Der Oberarmkopf kann durch die fehlenden Sehnen nicht mehr zur Gelenkpfanne zentriert werden. Dies hat einen Gelenkflächenverschleiß zur Folge. Bei derartigen Verläufen entwickeln sich dann durch das dezentrierte Gelenk Schmerzen (Rotatorenmanschettendefekt-Arthropathie). Das typische Beschwerdebild ist durch Ruhe- und Bewegungsschmerzen sowie Funktionsverlust geprägt.

Einen Lösungsansatz stellt die inverse Prothese dar. Durch die besondere Bauart dieses künstlichen Schultergelenks wird das Drehzentrum des Oberarmkopfs zur Seite und nach unten verschoben. Hierdurch erhält der Schulterkappenmuskel (M. deltoideus) einen erheblich besseren Hebelarm, was einerseits zu einer deutlichen Schmerzreduktion, andererseits zu einer adäquaten Schultergelenksfunktion führt. Der Erfolg eines solchen künstlichen Gelenkes basiert einerseits auf einer Gelenkrekonstruktion, die das entsprechende Abnutzungsmuster des Gelenkes berücksichtigt (Farvard-Klassifikation), zum anderen auf einer gut funktionsfähigen Schultermuskulatur soweit diese noch intakt ist. Dabei kommt der möglichst noch vorhanden außendrehenden Muskulatur des Muskulus Infraspinatus und Teres minor (Schultermuskeln) neben dem Schulterkappenmuskel (m. deltoideus) eine besondere Bedeutung zu.

Wir setzen zur Analyse des Gelenkes eine dreidimensionale CT Untersuchung ein und können so das Gelenk beurteilen und eine individuelle Planung für die operative Planung erstellen.