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Kunst im Krankenhaus – zwei Ausstellungen auf der 11. Etage des Klinikums Bielefeld Mitte

Gleich zwei Ausstellungen zieren die Gänge der Station in der 11. Etage des Klinikums Bielefeld Mitte, auf der Patientinnen und Patienten der Klinik für Gastroenterologie und der Klinik für Frauenheilkunde liegen. Die Ausstellung, die die Gänge der Station 11.3 im Klinikum Bielefeld Mitte schmückt, trägt den Namen „Poesie des Verfalls“, was die Bilder der Künstlerin Annelie Schreiner sehr treffend beschreibt. Bilder, die aus Assoziationen im Alltag entstehen. Annelie Schreiner ist viel gereist, hat Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Das spiegelt sich auch in ihren Kunstwerken wider. Zum Beispiel in dem Bild einer jungen Frau mit dem Titel „Bus nach Kandahar“, das die Künstlerin auf einem Meerrettich-Blatt sah. Die Blattadern erinnerten an Fenster eines Busses, die Verfärbungen des Blattes ließen das Gesicht einer verschleierten Frau erkennen. Der Fotoapparat wurde gezückt, das Meerrettich-Blatt wurde abgelichtet, groß ausgedruckt, durch die Künstlerin mit Pinsel und Farbe vervollständigt und auf Leinwand gedruckt. Schon wird aus einer rostigen Stelle am Auto eine bewölkte Seelandschaft, aus einem dunklen Kratzer an der Aluleiter eine junge Inuit auf dem Eis. Gegenstände, die sich im Verfall befinden oder verschmutzt, verkratzt und abgenutzt sind, erzählen in Annelie Schreiners Bildern eine neue Geschichte. Die Gemälde werden in einer limitierten Auflage von fünf Exemplaren zum Verkauf angeboten. Weitere Informationen zur Ausstellung unter 05225-860197.

Johannes Remlings Ausstellung an den Wänden der Station 11.1 besteht hingegen aus Fotografien einer Realität, von der viele nicht einmal wissen. Bilder von strahlenden afrikanischen Frauen, die jedoch ein schweres Schicksal teilen. Die Frauen auf Johannes Remlings Bildern werden alle im Fistula Hospital in Addis Abeda behandelt, einer Klinik in Äthiopien. Hierher kommen Frauen, die an schweren Geburtsverletzungen leiden, an Fisteln, die durch problematische Geburten entstehen. Die Frauen sind meist sehr jung schwanger geworden, haben ohne medizinische Versorgung Kinder zur Welt gebracht, was ein hohes Risiko für Mutter und Kind birgt. Viele der Mütter und Babys überleben die Strapazen einer Risikogeburt nicht oder sind als Folge urin-oder stuhlinkontinent, häufig auch gebärunfähig. Sie werden ausgegrenzt, verstoßen, leiden einsam. Sie kommen zur Behandlung in das Fistula Hospital, häufig ohne Hab und Gut in einem katastrophalen gesundheitlichen Zustand. Hier werden Sie kostenlos untersucht, operiert und therapiert. Johannes Remlings Frau Renate Röntgen, Urologin und spezialisiert auf Rekonstruktion von Harnwegen, ist seit vier Jahren behandelnde Ärztin im Freiwilligendienst am Fistula Hospital. Hier bildet sie äthiopische Ärzte in Operationstechniken zur Rekonstruktion von Harnwegen aus. Der Fotograf selbst ist pensionierter Lehrer und arbeitet in Äthiopien in einer nahegelegenen Schule, wo er Englisch und Musik unterrichtet.

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