Trauer um Prof. Dr. med. Ute Raute-Kreinsen

Die langjährige Ärztliche Direktorin und Chefärztin des Instituts für Pathologie am Klinikum Bielefeld, Prof. Dr.med. Ute Raute-Kreinsen ist im Alter von 76 Jahren verstorben.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums, die sie noch gekannt haben, reagierten mit großer Betroffenheit auf diese Nachricht. Besonders traurig ist man im Institut für Pathologie, wurde die ehemalige Chefärztin doch sehr als Vorgesetzte geschätzt, die stets ein offenes Ohr für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatte.

Prof. Dr. Raute-Kreinsen war über viele Jahre eine der prägenden Persönlichkeiten in der Bielefelder Krankenhauslandschaft. Am 1. Januar 1987 trat sie ihren Dienst als Chefärztin des Instituts für Pathologie an den damaligen Städtischen Krankenanstalten an. Geboren wurde Prof. Raute-Kreinsen am 20. Juli 1944 im Schwarzwald. Sie absolvierte ihr Medizinstudium in Heidelberg und Mannheim und bereits als Assistenzärztin wusste sie, dass ihr beruflicher Schwerpunkt die Pathologie sein sollte. Als Pathologin müsse man in nahezu allen Bereichen der Medizin auf dem Laufenden sein und besonderen Wert legte sie auf den Austausch mit den Klinikärzten, um die Ergebnisse ihrer Analysen zu besprechen. In Gesprächen mit medizinischen Laien legte versuchte sie stets mit dem Vorurteil aufzuräumen, dass Pathologen überwiegend mit Verstorbenen zu tun hätten. Diese durch zahlreiche amerikanische Fernsehserien getriggerte Wahrnehmung der Öffentlichkeit ärgerte sie maßlos. Zu 99 Prozent untersuchten Patholog*innen das Gewebe lebender Menschen, hat sie in einem Pressegespräch einmal festgestellt. Die Pathologie sei ein wesentlicher Partner für das Wohl der Patientinnen und Patienten.

 

Als Prof. Raute-Kreinsen 1987 am Klinikum ihre Tätigkeit aufnahm, fand die Arbeit der Pathologen in der Capella Hospitalis statt, in einem Seziersaal im Keller. Das ist heute längst nicht mehr der Fall. In ihrer Ägide am Klinikum Bielefeld hat sie aus der Pathologie ein hervorragend ausgestattetes Institut gemacht und ihrem Nachfolger PD Dr. Frank Brasch übergeben.  

Aus der Capella Hospitalis ist längst ein gut besuchter kultureller Veranstaltungsort geworden. Ohne das Engagement von Prof. Raut-Kreinsen wäre die Capella Hospitalis längst abgerissen. Aber mit ihrer hartnäckigen Art hat sie es geschafft, erhebliche Mittel für die Sanierung der Capella zu organisieren. Ein Verein trägt nun den Veranstaltungsort. Bielefeld verfügt nun Dank Prof. Raute-Kreinses Enagement also seit einigen Jahren über ein weiteres Kleinod für kleinere kulturelle Events.

Nicht unerwähnt bleiben darf Prof. Raute-Kreinsens Arbeit als Ärztliche Direktorin am Klinikum Bielefeld.  Sie war acht Jahre Sprecherin der Chefärzte am Klinikum und hat sich auch weit über die Standesinteressen für das Wohl des Klinikums Bielefeld eingesetzt. Frau Prof. Raute-Kreinsen war zudem von 1998 bis 2010 ärztliche Schulleiterin der MTA Schule am Klinikum Bielefeld Mitte.

Die capella hospitalis vor dem Klinikum Bielefeld Mitte

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