Periprothetische Fraktur

Brüche, die rund um bereits eingebrachte künstliche Gelenke entstehen, werden als Periprothetische Frakturen bezeichnet. Sie sind durch die Lagebeziehung zu dem jeweiligen künstlichen Implantat gekennzeichnet und können nach dem Unified Classification System (UCS) eingeteilt werden.

Bei einer immer älter werdenden Bevölkerung und der steigenden Anzahl von künstlichen Gelenken ist eine zunehmende Anzahl solcher Brüche zu beobachten. Ungefähr 3/4 der periprothetischen Frakturen entstehen durch Niedrigenergie- und Bagatelltraumata in Verbindung mit lokalen Risikofaktoren, wie Implantatlockerung, oder systemischen Risikofaktoren, z.B. Osteoporose.

Prävention kann insbesondere bei älteren Menschen durch eine Sturzprophylaxe betrieben werden. Der multimodale Ansatz (= vielschichtig) versucht, die patientenseitigen Risiken, wie schlechtes Sehen oder ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus sowie Umgebungsaspekte (Stolperkanten in der Wohnung, etc.) neben einem entsprechenden Gleichgewichtstraining zu optimieren.

Unterschieden werden die unterschiedlichen Verletzungstypen insbesondere im Hinblick auf die Stabilität der einliegenden Gelenkkomponenten. Bei Brüchen mit noch stabilen Gelenkkomponenten ist eine reine Knochenbruchversorgung (Osteosynthese) unter Berücksichtigung der Verankerungsmöglichkeiten im Knochen möglich.

Bei Ausbruch und damit Destabilisierung der Gelenkkomponenten muss ein Wechsel der Gelenkkomponenten und die gleichzeitige Stabilisation des Bruches durchgeführt werden.

Ziel der chirurgischen Therapie ist die zeitnahe Operation und die sofortige Vollbelastung. Hierfür stehen verschiedene Implantate bzw. Revisionsprothesen zur Verfügung. Die Kenntnis des einliegenden Implantates (Prothesenpass) ermöglicht ein angepasstes Vorgehen.

Die Nachbehandlung erfolgt häufig in Zusammenarbeit mit der Getriatrischen Klinik im Hause.

Behandlungsbeispiel 1: Periprothetische Fraktur vor und nach operativer Versorgung
Behandlungsbeispiel 2: Periprothetische Fraktur vor und nach operativer Versorgung