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Mikrochirurgie

Die Mikrochirurgie ist eine Technik innerhalb der Plastischen Chirurgie, bei der das Gewebe nicht mehr mit dem bloßen Auge dargestellt wird, sondern unter dem Mikroskop operiert wird. Die Mikrochirurgie ist vor allen Dingen in der rekonstruktiven Chirurgie sowie in der Handchirurgie ein wesentlicher Bestandteil geworden. Das mikrochirurgische Operieren erlaubt uns heute das Vernähen von Gefäßen und Nerven, die 1 bis 2mm durchmessen.

Der Siegeszug der Mikrochirurgie begann 1921 durch die Einführung des Operationsmikroskopes. Anfang der 60er Jahre begannen dann verschiedene Zentren in den USA und China abgetrennte Arme wieder anzunähen. Diese so genannten Replantationen waren eine wesentliche Grundlage für die Weiterentwicklung der Mikrochirurgie, denn kurz danach fing man an, auch einzelne abgetrennte Finger wieder anzunähen oder Gewebe von einer Stelle des Körpers an eine andere zu transplantieren. Da dies aber nur gelingt, wenn man die Gefäße unter dem Mikroskop wieder vernäht, wurde die Mikrochirurgie ein wesentlicher Bestandteil der Plastischen und Wiederherstellenden Chirurgie.

Heutzutage ist die Mikrochirurgie aus Zentren, die wiederherstellend arbeiten, nicht mehr wegzudenken. Sie ist vor allen Dingen bei akuten Verletzungen im Handbereich gefragt. Die Wiederherstellung nach Entfernung von Tumoren oder der Verschluss von verbliebenen Defekten nach Unfällen oder Infektionen ist ebenfalls ohne Mikrochirurgie kaum denkbar.

Ein klassisches Beispiel dafür ist die Wiederherstellung der weiblichen Brust. Die beste Rekonstruktion gelingt uns heute mit körpereigenem Gewebe vom Unterbauch (sog. DIEP-/TRAM-Operation). Hierbei wird das Fettgewebe aus dem Unterbauch mit einer Arterie und einer Vene entnommen. Diese Arterie und Vene werden im Brustkorb wieder neu vernäht, so dass das transplantierte Gewebe als Brust gut durchblutet ist. Die Durchblutung ist eine wesentliche Voraussetzung für das Einheilen des transplantierten Gewebes. Da die Gefäße sehr klein sind, ist eine Naht der Gefäße nur mit einem Mikroskop möglich.

Ein weiteres Beispiel für die mikrochirurgische Technik ist die sog. Zehentransplantation. Hierbei kann die Großzehe oder die 2. Zehe vom Fuß abgetrennt werden und zur Wiederherstellung eines abgetrennten Daumens an der Hand verwendet werden. Da der Daumen wichtig ist zum Greifen, kann man durch diese mikrochirurgische Zehentransplantation die Greiffunktion der Hand wieder herstellen und damit dem betroffenen Patienten den Alltag wieder ermöglichen.

Auch zur Wiederherstellung bei Verletzungen von Nerven, beispielsweise beim Armnervengeflecht oder aber auch am Arm oder Bein, ist das Mikroskop essentiell, denn nur durch das Mikroskop erkennt man, welche Anteile der Nerven wo verlaufen und wie die Wiederherstellung zu erfolgen hat.

Die mikrochirurgischen Operationen erfolgen immer am Mikroskop, das eine Vergrößerung des Operationssitus bis zum 40-fachen erlaubt. Wir verwenden hierfür spezielles Operationsbesteck, das sehr fein ist und das Gewebe nicht verletzt. Die Fäden, mit denen wir nähen, sind sehr dünn, sogar etwas feiner noch als normales Menschenhaar. Die Ausbildung zum Mikrochirurgen erfolgt in der Regel in der Facharztausbildung zum Plastischen Chirurgen. Darüberhinaus allerdings muss gerade für die Mikrochirurgie auch immer trainiert werden, dies geschieht in speziellen experimentellen Laboren, in denen an Gummischläuchen und an Organen regelmäßig operiert wird.

Ferner benötigt eine mikrochirurgische Klinik auch speziell geschultes OP-Personal, das jederzeit verfügbar ist, um im Falle einer schweren Verletzung rekonstruktiv arbeiten zu können. Auch sollte ein rekonstruktives Zentrum viele mikrochirurgische Eingriffe im Jahr durchführen, damit die Expertise erhalten bleibt und stetig besser wird.

Als mirkochirurgisches Zentrum bieten wir all diese Vorteile. Prof. Fansa und seine Oberärzte sind ausgewiesene Experten in diesem rekonstruktiven Spezialgebiet.

Supramikrochirurgie

In den letzten Jahren hat sich eine neue Technik innerhalb der Mikrochirurgie entwickelt, die sog. Supramikrochirurgie. Dies bedeutet, dass Gefäße, die noch kleiner sind als bei der gewöhnlichen Mikrochirurgie, unter der Mikroskop genäht werden können. Dies setzt allerdings voraus, dass der Chirurg speziell trainiert ist für den Einsatz und dass der Patient bestimmte Voraussetzungen hierfür mitbringt. Die Supramikrochirurgie soll es uns in Zukunft erlauben, viel gewebeschonender zu operieren. Vorreiter sind unsere plastisch-chirurgischen Kollegen aus Japan, die mit der Entwicklung der sog. freien Perforator-zu-Perforator Technik einen Meilenstein gesetzt haben.