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Onkologische Schwerpunktpraxis

Die onkologische Schwerpunktpraxis ist Teil des Brustzentrums und ist spezialisiert auf die ambulante Diagnostik und Therapie bösartiger Tumorerkrankungen und Blutkrankheiten.
Hier werden ambulant Chemotherapien, Behandlungen mit Antikörpern (z. B. Herceptin) und antihormonelle Therapien durchgeführt. Bei Bedarf können auch Bluttransfusionen verabreicht werden. Bei z. B. Knochenmetastasen werden Bisphosphonate infundiert. Außerdem werden Schmerztherapien durchgeführt.
In Kooperation mit dem Brustzentrum und der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin bietet die onkologische Schwerpunktpraxis den Patientinnen die Teilnahme an Therapiestudien an. Dadurch besteht die Möglichkeit, mit neuartigen Therapiekonzepten behandelt zu werden.

Therapien für Brustkrebspatientinnen
Abhängig von der Tumorausdehnung und der feingeweblichen Beschaffenheit des Tumorgewebes ist in vielen Fällen eine Behandlung zusätzlich zur Operation und evtl. einer Strahlentherapie sinnvoll, um möglichst gute Langzeiterfolge zu erzielen. Dabei können folgende Therapieformen zur Anwendung kommen:

  • antihormonelle Behandlung
  • Antikörpertherapie
  • Chemotherapie

Welche Art der Behandlung im Einzelfall angewendet wird, und in welcher Reihenfolge die unterschiedlichen Therapien kombiniert werden, wird sorgfältig geprüft und in der regelmäßig stattfindenden interdisziplinären Konferenz (IMK) von Experten der verschiedenen Fachdisziplinen beraten.

Team der Onkologischen Schwerpunktpraxis

Dr. med. Marianne Just
Fachärztin für Innere Medizin
Schwerpunkt: Hämatologie/ Internistische Onkologie

Dr. med. Erhardt Schäfer
Facharzt für Innere Medizin
Schwerpunkt: Hämatologie/ Internistische Onkologie

Priv. Doz. Dr. med. Martin Görner
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin im Klinikum Bielefeld
Facharzt für Innere Medizin
Schwerpunkt: Hämatologie/ Internistische Onkologie

Dr. med. Paul Düwel
Facharzt für Innere Medizin
Schwerpunkt: Hämatologie/ Internistische Onkologie

Dr. med. Hendrik Riesenberg
Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie
Palliativmedizin

Anschrift
Onkologische Schwerpunktpraxis Bielefeld
Dr. med. Erhardt Schäfer
Dr. med. Marianne Just
PD Dr. med. Martin Görner
Dr. med. Paul Düwel
Dr. med. Hendrik Riesenberg
Fachärzte für Innere Medizin, Hämatologie, Internistische Onkologie
Teutoburger Str. 60
33604 Bielefeld

Tel: 05 21. 9 88 77 7 - 0
Fax: 05 21. 9 88 77 7 - 29

E-Mail
info@onkologie-bielefeld.de

Antihormonelle Therapie

Weibliche Sexualhormone können das Wachstum von Brusttumorzellen fördern. Voraussetzung hierfür ist, dass die Tumorzellen Bindungsstellen für weibliche Hormone (sogenannte Hormonrezeptoren) besitzen. Hormonrezeptorpositive Tumorzellen sind hormonempfindlich und können mit einer sogenannten antihormonellen Therapie behandelt werden. Das Ziel einer antihormonellen Behandlung ist, zu verhindern, dass Östrogene den Tumorzellen Wachstumsreize geben. Eine antihormonelle Behandlung kann adjuvant nach einer Operation eingesetzt werden, um einen Rückfall der Erkrankung zu verhindern. Bei fortgeschritteneren Stadien kann mit einer antihormonellen Behandlung erreicht werden, dass sich der Tumor oder die Metastasen zurückbilden. Bei Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs sollte, wenn möglich, aufgrund der besseren Verträglichkeit eine antihormonelle Behandlung einer Chemotherapie vorgezogen werden. Die antihormonelle Therapie kann unterschiedliche Behandlungsansätze haben.

Antiöstrogene (z. B. Tamoxifen)
Antiöstrogene blockieren die Hormonrezeptoren und verhindern, dass Östrogene auf den Tumor einwirken und sein Wachstum fördern können. Tamoxifen wird in Tablettenform eingenommen. Die Standarddosis beträgt 20 mg/d. Es ist im Allgemeinen gut verträglich. Als Nebenwirkungen können Hitzewallungen, leichte Gewichtszunahme und trockene Schleimhäute auftreten. Tamoxifen erhöht das Risiko für eine Thrombose bzw. Lungenembolie geringfügig. Ganz selten kann es unter Einnahme von Tamoxifen zur Ausbildung bösartiger Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut kommen. Deshalb werden regelmäßige gynäkologische Kontrollen unter der Einnahme empfohlen.

Aromatase-Hemmstoffe (z. B. Anastrozol = Arimidex; Letrozol = Femara oder Exemestan = Aromasin)
Durch Aromatase-Hemmstoffe wird verhindert, dass sich Östrogen aus seinen chemischen Vorstufen bildet. Mit Hilfe des Enzyms Aromatase entsteht in den Eierstöcken, in den Nebennieren, im Fett- und Brustdrüsengewebe Östrogen. Durch Aromatase-Hemmstoffe wird dieses Enzym ausgeschaltet. Eine ausreichende Wirkung von Aromatase-Hemmern besteht nur für Frauen nach den Wechseljahren, deren Eierstöcke keine Östrogene mehr produzieren. Aromatase-Hemmer werden in Tablettenform eingenommen und sind gut verträglich. Im Gegensatz zu Tamoxifen besteht kein erhöhtes Risiko für Thromboembolien oder Gebärmutterkrebs. Allerdings besteht unter Einnahme dieser Substanzen ein erhöhtes Osteoporoserisiko. Regelmäßige Knochendichtemessungen und die Einnahme eines Kalzium- und Vitamin D-Präparates werden empfohlen.

Während Aromatase-Hemmer in den vergangenen Jahren ausschließlich für die Behandlung von Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs eingesetzt wurden, wird die Gabe eines Aromatase-Hemmers jetzt auch in der adjuvanten Behandlung empfohlen. Bei Patientinnen mit hormonrezeptorpositiven Tumoren und erhöhtem Rückfallrisiko wird nach Operation und ggf. Chemotherapie die zweijährige Gabe von Tamoxifen gefolgt von einer dreijährigen Therapie mit einem Aromatase-Hemmer empfohlen. Bei Kontraindikationen für Tamoxifen ist eine 5-jährige Therapie mit Anastrozol vorgesehen. Insbesondere Frauen mit axillärem Lymphknotenbefall können nach 5-jähriger adjuvanter Tamoxifentherapie von einer Gabe von Letrozol über weitere 5 Jahre profitieren.

Antikörpertherapie

In der Krebstherapie gelingt es immer besser den Tumor des einzelnen Patienten in seinen biologischen Eigenschaften zu analysieren. Beim Brustkrebs gibt es in 15 bis 30% der Fälle Krebszellen, die ein bestimmtes Eiweiß verstärkt ausbilden, das sogenannte HER-2 Protein. Dieses HER-2 Protein ist ein epidermaler Wachstumsfaktor, der Wachstumssignale in den Zellkern vermittelt. Tumoren, die diesen Rezeptor übermäßig exprimieren, wachsen schneller und rezidivieren häufiger als Tumoren, die kein HER-2 produzieren.

Andererseits kann diese biologische Besonderheit der Tumorzellen für einen immunologischen Therapieansatz genutzt werden. Seit kurzem steht ein Antikörper zur Verfügung (Trastuzumab), der gegen den HER-2 Rezeptor gerichtet ist.
Trastuzumab heftet sich nach Infusion in den Körper gezielt am HER-2-Protein an und blockiert somit die Aufnahme von Wachstumsfaktoren, die die Krebszelle zu gesteigerter Stoffwechselaktivität und zur Teilung anregen.

Da diese Therapie nur unter bestimmten Voraussetzungen anwendbar ist und auch mit gewissen Nebenwirkungen einhergehen kann, ist die Anwendung nur durch in der Tumortherapie erfahrene Ärzte empfehlenswert. In der Regel wird diese Therapie in der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin jedoch problemlos ambulant durchgeführt, wobei regelmäßige Kontrollen der Herzfunktion angeraten sind.

Therapieformen

GnRH - Analoga (z. B. Goserelin = Zoladex; Leuprorelin = Enantone)
Diese Medikamente haben ähnliche Wirkung wie ein Hormon, das im Zwischenhirn gebildet wird und führen dazu, dass die Eierstöcke ihre Östrogenproduktion einstellen. GnRH - Analoga werden in der Behandlung von Frauen vor der Menopause eingesetzt. Die Substanzen werden meist einmal monatlich unter die Haut gespritzt und langsam aus dem Depot freigesetzt. Häufige Nebenwirkungen sind Hitzewallungen, Schleimhauttrockenheit und Nachlassen der sexuellen Lust.

Gestagene (Medroxyprogesteronacetat = MPA)
Auch Gestagene wirken über die Hormonrezeptoren der Krebszellen. Gestagene haben größere Nebenwirkungen als andere antihormonelle Therapien, so dass Nutzen und Risiko sorgfältig abgewogen werden müssen. Unter Einnahme von Gestagenen ist das Risiko des Entstehens einer Beinvenenthrombose erhöht. Es kann zu Gewichtszunahme und Leberwerterhöhungen kommen. Gestagene können das Allgemeinbefinden verbessern und den Appetit steigern, so dass der Einsatz im fortgeschrittenen Tumorstadium nützlich sein kann.

Östrogenrezeptorantagonisten (Fulvestrant = Faslodex)
Faslodex führt zu einer Abnahme der Östrogenrezeptoren. Das Medikament wird einmal pro Monat intramuskulär gespritzt. Häufige Nebenwirkungen sind Hitzewallungen und Reaktionen an der Injektionsstelle. Schwäche, Müdigkeit und Übelkeit können vorkommen. Faslodex wird zur Behandlung von postmenopausalen Frauen mit östrogenrezeptorpositivem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom nach vorangegangener Tamoxifentherapie eingesetzt.

Chemotherapie

Im Vergleich zu gesunden Körperzellen sind Tumorzellen dadurch charakterisiert, dass sie sich sehr schnell teilen und eine rasche Wachstumstendenz haben. Chemotherapeutika, auch als Zytostatika bezeichnet, greifen in den Zellteilungsprozess ein und stoppen das Wachstum von Tumorzellen oder unterbinden eine weitere Vermehrung von Tumorzellen. 



Eine Chemotherapie kann im Behandlungsverlauf zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingesetzt werden:

  • vor einer Operation (neoadjuvant)
  • nach einer Operation (adjuvant)
  • zur Eindämmung des Tumorwachstums bei Fernmetastasierung (palliativ)

Neoadjuvante Chemotherapie

Erhält eine Patientin mit Mammakarzinom bereits vor der operativen Entfernung des Tumors eine Chemotherapie, spricht man von einer neoadjuvanten Therapie. Die neoadjuvante Chemotherapie wird wie andere Chemotherapien in 3 bis 4-wöchigen Therapieintervallen verabreicht. Um ein gutes Ansprechen zu dokumentieren, wird der Tumor nach jedem zweiten Therapiezyklus von einem erfahrenen, gynäkologischen Onkologen im Brustzentrum untersucht. Im Idealfall gelingt es, den Tumor soweit zu verkleinern, dass bei der Operation kein lebendes Tumorgewebe mehr nachweisbar ist (sog. komplette pathologische Remission). Die Vorteile der neoadjuvanten Therapie bestehen in einer Erhöhung der Rate an brusterhaltenden Operationen. Evtl. können vorher nicht operable Tumoren dadurch in einen operablen Zustand gebracht werden. Darüber hinaus kann die Effektivität der Chemotherapie direkt am Wachstumsverhalten des Tumors überprüft werden. Letztlich erhofft man sich durch die Anwendung der neoadjuvanten Therapie, Krankheitsfreiheit zu erreichen und die Überlebenszeit von Brustkrebspatientinnen zu verlängern, wobei hier die endgültigen Studienergebnisse noch abzuwarten sind. 
Ob bei einer Patientin eine Chemotherapie vor oder nach der Operation durchgeführt werden muss, ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig und wird im interdisziplinären Kolloquium unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen festgelegt.

Adjuvante Chemotherapie

Aus großen Studien, in denen der Krankheitsverlauf vieler Patientinnen über Jahre beobachtet wurde, weiß man heute, dass sich zum Zeitpunkt der Operation der Brustkrebserkrankung bereits einzelne Krebszellen im Körper verteilt haben können, aus denen sich später Tochtergeschwülste (Metastasen) entwickeln. Da es keine Methode gibt, die mit letzter Sicherheit ausschließt, dass trotz einer vollständigen Entfernung des Brusttumors kleinste Tochtergeschwülste im Körper verbleiben, wird unter bestimmten Voraussetzungen eine vorbeugende Chemotherapie durchgeführt, die zur Zerstörung dieser Zellen führen soll. Ob bei einer Patientin eine vorbeugende Chemotherapie nach der Operation durchgeführt werden muss, ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig und wird im interdisziplinären Kolloquium unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen und der internationalen Leitlinien festgelegt. 
Durch Zytostatika in Infusions- oder selten auch in Tablettenform werden die im Körper eventuell vorhandenen Krebszellen in bestimmten Phasen der Zellteilung angegriffen und zerstört. Die einzelnen Gaben der Chemotherapieinfusion werden in der Regel in einem Rhythmus von 3 bis 4 Wochen und insgesamt 6 bis 8 Mal wiederholt. Die Chemotherapie wird in der onkologischen Schwerpunktpraxis vorwiegend ambulant durchgeführt. Hierfür sind spezielle Räume mit bequemen Liegesesseln vorhanden und eine kontinuierliche Überwachung durch die dortigen Fachkräfte ist gewährleistet. So ist eine schnelle Reaktion auf eventuell während der Chemotherapie auftretende Nebenwirkungen oder Fragen gewährleistet. Gegen die am häufigsten zu erwartenden Nebenwirkungen, wie z. B. Übelkeit, erhalten die Patientinnen bereits während der Therapie vorbeugende Medikamente. Ebenso wird jeder Frau, wenn es aufgrund des Chemotherapieregimes notwendig ist, schon vor Beginn der Chemotherapie ein Rezept über eine Perücke für den zu erwartenden Haarausfall ausgehändigt. 
In seltenen Fällen kann bei sehr schlechten Venenverhältnissen die Anlage eines Portkathetersystems erforderlich sein. Dann wird zu Beginn in einem ambulanten Eingriff über die kooperierende thoraxchirurgische Abteilung (Chefarzt Prof. Dr. med. Ahmed Boseila) ein Portsystem angelegt. Über dieses Hilfsmittel ist eine problemlose und sichere Infusion gewährleistet. Die Patientin kann sich dadurch auch während der Therapie jederzeit frei bewegen. Betreut werden die Patientinnen durch besonders ausgebildetes onkologisches Fachpersonal und die ärztlichen Kollegen, die sich bereits bei der interdisziplinären Besprechung im Brustzentrum ausführlich mit der individuellen Krankengeschichte vertraut gemacht haben. So ist ein enger Kontakt zwischen ambulanter und stationärer Versorgung gewährleistet.

Palliative Chemotherapie

Sollte es zu Tochterabsiedelungen (Metastasen) des Brustkrebs in andere Organe gekommen sein, wird ein geeigneter und individueller Behandlungsplan erstellt. Die palliative Chemotherapie ist oft ein wichtiger Bestandteil dieses Behandlungsplans. Eine palliative Therapie hat das Ziel der Symptomlinderung, Verbesserung der Lebensqualität und Verlängerung des Überlebens. Durch kenntnisreichen Einsatz der vielen zur Verfügung stehenden Zytostatika gelingt es oft, die Erkrankung bei guter Lebensqualität zurückzudrängen. Hierbei ist es besonders wichtig, die Therapie mit den individuellen Bedürfnissen der Patientinnen abzustimmen. 
Vor jeder Therapie wird ein ausführliches Beratungsgespräch mit einem in der Chemotherapie erfahrenen Arzt geführt. Die Therapiemöglichkeiten werden diskutiert und individuelle Behandlungsziele definiert. In dieser Krankheitssituation wird in der Regel zusätzlich zur Chemotherapie auf begleitende Maßnahmen wie Schmerztherapie, Therapie der tumorbedingten Blutarmut, knochenstärkende Maßnahmen und psychoonkologische Unterstützung zurückgegriffen. Zusätzlich müssen, insbesondere bei Patientinnen fortgeschrittenen Alters, häufig internistische Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus oder Herz- und Lungenerkrankungen berücksichtigt werden. Die internistischen Onkologen sind aufgrund ihrer Ausbildung mit diesen Krankheitsbildern bestens vertraut und daher geeignete Ansprechpartner. Sollte es erforderlich sein, werden zur Behandlung spezieller Probleme Spezialisten der benachbarten Disziplinen hinzugezogen.

Biphosphonate

Knochenmetastasen können zu einer Lockerung der Knochenstruktur und erhöhten Knochenbruchgefahr führen. Bisphosphonate sind Medikamente, die die körpereigenen "Knochenfresszellen" (Osteoklasten) bremsen. Die Knochen werden stabilisiert und Knochenschmerzen gelindert. Bisphosphonate wie Pamidronat (Aredia), Zolendronat (Zometa) oder Ibandronat (Bondronat) werden alleine oder begleitend bei Nachweis von Knochenmetastasen zu einer Hormon- oder Chemotherapie eingesetzt. Sie werden als Infusionen alle 4 Wochen über die Blutbahn gegeben.
Bisphosphonate sind im Allgemeinen gut verträglich. Gelegentlich kann es nach der Infusion zum Auftreten von Fieber oder Knochenschmerzen kommen. Durch längere Infusionszeiten können die Nebenwirkungen abgeschwächt werden.
Der prophylaktische Einsatz von Bisphosphonaten, der zur Verhinderung von Knochenmetastasen oder verzögertem Auftreten von Metastasen führen soll, wird zurzeit in Studien geprüft.

Bluttransfusionen

Während einer Tumorerkrankung oder aber auch einer Chemotherapie kann es zu einer Blutarmut kommen. Folgen der Blutarmut sind körperliche Schwäche, Schlappheit und eingeschränkte Belastbarkeit. Zur Verbesserung der Lebensqualität kann es bei höhergradiger Anämie sinnvoll sein, Bluttransfusionen zu geben. In der Klinik für Strahlentherapie werden ambulant Bluttransfusionen in der Tagesklinik durchgeführt.

Schmerztherapie

Für viele Menschen ist die Diagnose einer Krebserkrankung unmittelbar verbunden mit der Vorstellung, dass Schmerzen auftreten werden, die von den Therapeuten nicht wirklich beeinflussbar sind. Die Angst vor Schmerzen und vor einem Sterben in Schmerzen ist oftmals genauso stark, wie die Furcht vor der Krebserkrankung selbst. Heute ist bekannt, dass bei weitem nicht alle Krebspatientinnen und Krebspatienten unter Schmerzen leiden. Es muss aber davon ausgegangen werden, dass etwa 80% aller Tumorkranken zu irgendeinem Zeitpunkt ihrer Erkrankung Schmerzen verspüren.

Es gelingt durch moderne Schmerztherapie, 90% der Patienten von ihren Schmerzen zu befreien. Dieses hochgesteckte Ziel ist in der Regel dann zu erreichen, wenn die Schmerztherapie konsequent durchgeführt wird und von den Therapeuten Interaktionen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten berücksichtigt werden. In der Schmerztherapie erfahrene Ärzte verstehen es nicht nur, die Medikamente zielführend einzusetzen, sondern auch den zum Teil damit unweigerlich verbundenen Nebenwirkungen, wie z.B. Verstopfung und Übelkeit, vorzubeugen. Unterstützt wird die Schmerztherapie durch den Einsatz weiterer Medikamente wie Steroiden, Beruhigungsmittel, Psychostimulantien oder durch eine Gesprächstherapie. Auch bei der Schmerztherapie müssen die individuellen Bedürfnisse der Patientin in der Therapieplanung berücksichtigt werden.

Staginguntersuchungen

Um das Tumorstadium bzw. die Ausbreitung des Tumors im Körper beurteilen zu können, sind verschiedene Untersuchungen, die als Staginguntersuchungen bezeichnet werden, erforderlich. Der Begriff Staging kommt aus dem Englischen und bedeutet „in Stadien einteilen“.

Die häufigsten Metastasierungsorte von Brustkrebs sind Lunge, Leber und Knochen. Das Team der onkologischen Schwerpunktpraxis ist in der Lage, Oberbauchsonographien und Röntgenuntersuchungen der Thoraxorgane und des Skeletts durchzuführen. Zur Beurteilung, ob der Tumor in das Skelettsystem gestreut hat, werden die Patientinnen an eine radiologische Praxis mit nuklearmedizinischer Abteilung überwiesen.